Meditation im Sitzen

Sitzhaltung:
Viele kennen vielleicht den Lotussitz, bei dem der rechte Fuß auf dem linken Oberschenkel in der Leiste und der linke Fuß spiegelbildlich auf dem rechten Oberschenkel in die Leiste gezogen wird (vgl. Wikipedia zum Lotussitz). Insbesondere Fortgeschrittene im Yoga sind zu diesem Sitz fähig. Es ist aber keineswegs eine Voraussetzung für die Meditation den Lotussitz zu beherrschen. Das einfache Übereinanderkreuzen der Beine oder Sitzen auf den Beinen reicht völlig. Es sollte dabei aber darauf geachtet werden, dass der Rücken gerade ist. Wem der Boden zu hart ist, kann auch ein Meditationskissen oder normales Kissen nehmen. Auch auf einem Stuhl oder Sessel ist die Meditation möglich.

Handhaltung in der Sitzmeditation:
Die Hände sollten in der Sitzposition locker auf den Knien abgelegt werden. Auch hier gibt es zwei Varianten, die man für sich selbst ausprobieren sollte.
Viele Meditationslehrer empfehlen die offene Handhaltung, d.h. den Handrücken auf die Knie legen. Dazu empfiehlt man zur Verbesserung der Fokussierung das Berühren von Daumen und Zeigefinger. Man macht also ein „o“ mit Daumen und Zeigefinger und spreizt die anderen Finger ab. Dieser Handhaltung wird eine offene Ausrichtung des Geistes für äußere Einflüsse zugeschrieben. Der Körper nimmt daher Einflüsse von außen entgegen. Anders die geschlossene Haltung, in der man die Hände auf den Knien mit den Handflächen nach unten ablegt. In dieser Haltung liegt ein geschlossener Kreis vor, man schützt sich vor äußeren Einflüssen. Es ist tatsächlich so, dass viele sich in der einen oder anderen Haltung wohler fühlen, manchmal ist dies aber auch tages- und stimmungsabhängig.

Geschlossene Augen oder offene Augen:
Auch hierüber gibt es verschiedene Ansichten. Wer nicht dazu tendiert, schnell einzuschlafen oder auch gerade nicht müde ist, kann die Augen schließen, insbesondere um sich vor ablenkenden Reizen zu schützen. Hat man jedoch einen ruhigen Meditationsort, an dem sich nicht dauernd etwas bewegt, können die Augen auch geöffnet werden. Viele Meditationslehrer empfehlen auch halbgeöffnete Augen. Man hat also die freie Wahl, was die Frage geschlossene Augen oder offene Augen angeht.

Wenn die Augen geöffnet bleiben, sollte man sich in einem etwa 3 Meter Abstand einen Punkt am Boden suchen und den Blick dahin, also nach unten, richten. Während der Meditation sollte der Blick nicht verändert werden.